Immer diese Abkürzungen...
Forex ist ganz einfach die Abkürzung für Foreign Exchange Market, was sich mit Devisenmarkt übersetzen lässt.
Viele von Uns sind mit dem Devisenmarkt schon einmal in Berührung gekommen. Einige wenige werden vielleicht schon als Spekulanten ihr Glück mit Devisen gesucht haben, aber der größte Teil hat ganz unspektakulär am Devisenmarkt teilgenommen, wenn es darum ging Geld für den Urlaub in eine andere Währung zu wechseln.
Wieso wird mein Urlaub immer teurer?
Wer regelmäßig ins Ausland reist und immer Geld wechseln muss wird feststellen, dass er mal mehr und mal weniger Fremdwährung für seine Euros bekommt.
Dies ist keine Willkür der Banken, sondern das Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Genau wie der Preis für Aktien, wird auch der Kurs verschiedener Währungen durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Der große Unterschied ist jedoch, dass es keinen zentralen Handelsplatz, keine Börse ( wie etwa die Frankfurter Börse ) gibt an denen Devisen gehandelt werden, sondern die Preisbildung im sogenannten Interbankenhandel stattfindet.
Dies heißt nichts anderes, als dass zwei oder mehr Banken oder andere Marktteilnehmer untereinander mit Fremdwährungen ( Devisen ) handeln.
Der Handel mit dem großen Geld
Der Devisenmarkt ist mit einem Tagesvolumen von aktuell rund 4 Billionen $ ( 4 000 000 000 000 !!!) der größte Finanzmarkt der Welt. Die Grafik zeigt sehr schön, dass das gehandelte Volumen konstant zugenommen hat. Neben dem hohen Tagesvolumen hat der Devisenmarkt den Vorteil, dass er von Sonntagabends bis Freitagabend rund um die Uhr gehandelt werden kann und man so jederzeit die Möglichkeit hat flexibel auf Veränderungen oder Extremsituationen ( Terroranschläge, Putsche etc.) reagieren zu können. Wenn Sie sich jetzt fragen, wie dieses hohe Volumen zustande kommt, bekommen Sie jetzt die Antwort. Der Devisenmarkt dient zum einen verschiedenen Unternehmen und Banken als Schnittstellen um ihre Geschäfte abzuwickeln.
Wie oben schon beschrieben, muss eine Bank zum Beispiel Devisen aufkaufen wenn Sie diese für ihren Urlaub benötigen. Auch Unternehmen bedienen sich des Devisenmarktes, wenn sie Rechnungen beispielsweise bei einem amerikanischen Zulieferer bezahlen müssen. Denn dieser wird mit US-Dollar bezahlt und dementsprechend müssen die Unternehmen erst einmal US-Dollar kaufen. Ein weiterer großer Einflussfaktor ist der Anleihemarkt ( darauf wird in einem eigenen Beitrag genauer eingegangen ). Auch hier gilt, dass wenn Sie beispielsweise amerikanische Staatsanleihen kaufen wollen diese in US-Dollar bezahlen müssen und diese zuerst erwerben müssen ( in der Regel läuft dies jedoch automatisch über ihren Broker/Bank).
Wie oben schon beschrieben, muss eine Bank zum Beispiel Devisen aufkaufen wenn Sie diese für ihren Urlaub benötigen. Auch Unternehmen bedienen sich des Devisenmarktes, wenn sie Rechnungen beispielsweise bei einem amerikanischen Zulieferer bezahlen müssen. Denn dieser wird mit US-Dollar bezahlt und dementsprechend müssen die Unternehmen erst einmal US-Dollar kaufen. Ein weiterer großer Einflussfaktor ist der Anleihemarkt ( darauf wird in einem eigenen Beitrag genauer eingegangen ). Auch hier gilt, dass wenn Sie beispielsweise amerikanische Staatsanleihen kaufen wollen diese in US-Dollar bezahlen müssen und diese zuerst erwerben müssen ( in der Regel läuft dies jedoch automatisch über ihren Broker/Bank).
Die großen Jungs und ihre Spielzeuge

Beim Devisenhandel gibt es viele Ähnlichkeiten mit dem Aktienhandel. Wie bei Aktien gibt es immer einen Verkäufer und einen Käufer. Der Handel läuft heute größtenteils elektronisch ab und weder Aktien noch die Devisen werden heutzutage physisch an den Käufer geliefert ( von seltenen Ausnahmen einmal abgesehn ). Selbst wenn Banken untereinander handeln wird nur sogenanntes Buchgeld getauscht. Der große Unterschied ist jedoch, dass immer 2 Währungen parallel gehandelt werden. Aus diesem Grund sprechen wir auch von Währungspaaren. Bekannte Währungspaare sind zum Beispiel EUR/USD ( Euro vs. US-Dollar ) oder auch USD/JPY ( US-Dollar vs. Japanischer Yen ).
Ein weiterer Unterschied besteht darin dass ich sowohl eine Währung kaufen ( buy, long gehen ) als auch verkaufen ( sell, short gehen ) kann. Gehandelt wird in sogenannten Lot, wobei einem Lot beim EUR/USD beispielsweise ein Volumen von 100 000$ entspricht.
Ein Beispiel
Ich entscheide mich 1 Lot EUR/USD zu kaufen ( ich gehe long ) und spekuliere also darauf dass der Euro gegenüber dem Amerikanischen Dollar aufwertet, also an Wert gewinnt.
Der Kurs des Währungspaares steht zum Zeitpunkt des Kaufes bei 1,2000 ( viele Broker bieten auch 5 Nachkommastellen an, die 5. Stelle kann jedoch vernachlässigt werden ).
Der Euro ist unsere Basiswährung und der US-Dollar ist unsere Zählerwährung. Die 1,2000 ist unser Wechselkurs. Der Wechselkurs gibt an,wie viele Einheiten der Zählerwährung man kaufen muss um eine Basiseinheit zu erhalten. Hört sich kompliziert an, ist es aber gar nicht.
In unserem Beispiel müssen wir für einen Euro also 1,2000 Dollar bezahlen. Da wir den Euro kaufen, verkaufen wir logischerweise zeitgleich den Dollar, da wir mit ihm ja den Euro kaufen.
Da 1 Lot einen Wert von 100 000$ hat kaufen wir damit also 83 333 € ( Wert gerundet ).
Wir haben nun unser Geld praktisch getauscht. Wir warten einige Zeit bis das Währungspaar einen Kurs von 1,3000 erreicht hat. Ich entscheide mich meine Position zu verkaufen, da der Wechselkurs ja gestiegen ist und somit der Euro an Wert gewonnen hat. Nun muss ich also meine Euros wieder verkaufen um wieder US-Dollars zu erhalten.
Nun wird der Spieß umgedreht. Ich verkaufe nun meine Euros und erhalte pro Euro 1,3000 US-Dollar, da ich ja nun den US-Dollar kaufe und den Euro verkaufe. Für meine 83 333 € erhalte ich also nun 108 332 $. Da ein Lot einen Wert von 100 000 $ hat und dies mein Kapital war habe ich also nun einen Gewinn von 8332 $ gemacht.
Entscheide ich mich eine Währung zu verkaufen, sind die beschriebenen Schritte spiegelbildlich.
Bleibt noch zu sagen, dass der Gewinn oft in Pips angegeben wird. Ein Pip bezeichnet die letzte Nachkommastelle des Wechselkurses. Im obigen Beispiel wäre es also ein Gewinn von 1000 Pips gewesen ( 1,3000 - 1,2000 ).
Wie im Süßigkeitenladen
Im Devisenhandel hat man die Qual der Wahl, das es eine riesige Auswahl an handelbaren Währungspaaren gibt. Es macht keinen Sinn hier jetzt alle aufzuzählen, also beschränken wir uns auf die wichtigsten, die so genannten Mayorwährungen, welche mit jeder beliebigen anderen Währungen kombiniert werden können:
- US-Dollar
- Japanischer Yen
- Britisches Pfund
- Australischer Dollar
Das Handelspaar mit dem größten Volumen ist der EUR/USD.
Wo Licht ist, ist auch Schatten
Langsam ist es an der Zeit auch mal über die Nachteile des Devisenhandels zu Reden. Wie bereits erwähnt, wird der Devisenhandel dezentral unter den verschiedenen Marktteilnehmern abgewickelt. Die Kurse sind somit nicht amtlich von Kursmaklern festgelegt und so kann es passieren das es zu einem Währungspaar verschiedene Wechselkurse gibt. Meistens ist diese Tatsache jedoch vernachlässigbar, da die Arbitrage die Kurse mehr oder weniger wieder angleicht.
Dennoch ist der Devisenmarkt anfälliger für Manipulationen als der Aktienmarkt ( wieso dass so ist wird noch einmal in einem detaillierten Beitrag geschildert ). Da im Devisenmarkt auch Hebel zum Einsatz kommen wird alles nocheinmal riskanter und theoretisch ist es sogar möglich dass mehr Geld verloren werden kann als eingesetzt wurde. Desweiteren gibt es unter den Devisenbrokern viele schwarze Schafe und noch andere Praktiken die dem Händler das Leben schwer machen können.
Das Lernen hört nie auf
Will man erfolgreich Devisen handeln muss man sich mit der Materie intensiv beschäftigen und auch bereit sein Geld zu verlieren. Es gibt im Forex keinen Heiligen Gral und jeder muss seine eigene Handelsstrategie finden und diese konsequent umsetzen.
Der Inhalt dieses Posts sollte jetzt erst einmal reichen. Er hat nur an der Oberfläche gekratzt, die folgenden Posts werden die Theorie rund um den Devisenhandel zum Inhalt haben und erst wenn diese hinreichend erarbeitet ist kann man sich daran machen die Praxis kennen zu lernen.