Sonntag, 27. Oktober 2013

Was ist Forex?


Immer diese Abkürzungen...

Forex ist ganz einfach die Abkürzung für Foreign Exchange Market, was sich mit Devisenmarkt übersetzen lässt.
Viele von Uns sind mit dem Devisenmarkt schon einmal in Berührung gekommen. Einige wenige werden vielleicht schon als Spekulanten ihr Glück mit Devisen gesucht haben, aber der größte Teil hat ganz unspektakulär am Devisenmarkt teilgenommen, wenn es darum ging Geld für den Urlaub in eine andere Währung zu wechseln.

Wieso wird mein Urlaub immer teurer?

Wer regelmäßig ins Ausland reist und immer Geld wechseln muss wird feststellen, dass er mal mehr und mal weniger Fremdwährung für seine Euros bekommt.
Dies ist keine Willkür der Banken, sondern das Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Genau wie der Preis für Aktien, wird auch der Kurs verschiedener Währungen durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Der große Unterschied ist jedoch, dass es keinen zentralen Handelsplatz, keine Börse ( wie etwa die Frankfurter Börse ) gibt an denen Devisen gehandelt werden, sondern die Preisbildung im sogenannten Interbankenhandel stattfindet.
Dies heißt nichts anderes, als dass zwei oder mehr Banken oder andere Marktteilnehmer untereinander mit Fremdwährungen ( Devisen ) handeln.

Der Handel mit dem großen Geld

Der Devisenmarkt ist mit einem Tagesvolumen von aktuell rund 4 Billionen $  ( 4 000 000 000 000 !!!) der größte Finanzmarkt der Welt. Die Grafik zeigt sehr schön, dass das gehandelte Volumen konstant zugenommen hat. Neben dem hohen Tagesvolumen hat der Devisenmarkt den Vorteil, dass er von Sonntagabends bis Freitagabend rund um die Uhr gehandelt werden kann und man so jederzeit die Möglichkeit hat flexibel auf Veränderungen oder Extremsituationen ( Terroranschläge, Putsche etc.) reagieren zu können. Wenn Sie sich jetzt fragen, wie dieses hohe Volumen zustande kommt, bekommen Sie jetzt die Antwort. Der Devisenmarkt dient zum einen verschiedenen Unternehmen und Banken als Schnittstellen um ihre Geschäfte abzuwickeln. 
Wie oben schon beschrieben, muss eine Bank zum Beispiel Devisen aufkaufen wenn Sie diese für ihren Urlaub benötigen. Auch Unternehmen bedienen sich des Devisenmarktes, wenn sie Rechnungen beispielsweise bei einem amerikanischen Zulieferer bezahlen müssen. Denn dieser wird mit US-Dollar bezahlt und dementsprechend müssen die Unternehmen erst einmal US-Dollar kaufen. Ein weiterer großer Einflussfaktor ist der Anleihemarkt ( darauf wird in einem eigenen Beitrag genauer eingegangen ). Auch hier gilt, dass wenn Sie beispielsweise amerikanische Staatsanleihen kaufen wollen diese in US-Dollar bezahlen müssen und diese zuerst erwerben müssen ( in der Regel läuft dies jedoch automatisch über ihren Broker/Bank).

Die großen Jungs und ihre Spielzeuge

Ein wichtiger Einflussfaktor der auch bei privaten Anlegern immer beliebter wird, ist das Spekulieren mit Devisen. Es ist kein Geheimnis, dass man durch Devisenspekulationen viel Geld verdienen kann und manche, wie George Soros wurden damit sogar zu Milliardären. Kein Wunder, dass auch viele Banken etwas vom Kuchen abhaben wollen und eifrig spekulieren. Die Amerikaner sind im Investmentbanking ja stark vertreten, aber es dürfte die meistens überraschen, dass die Deutsche Bank der größte Spieler im Devisengeschäft ist. 
Beim Devisenhandel gibt es viele Ähnlichkeiten mit dem Aktienhandel. Wie bei Aktien gibt es immer einen Verkäufer und einen Käufer. Der Handel läuft heute größtenteils elektronisch ab und weder Aktien noch die Devisen werden heutzutage physisch an den Käufer geliefert ( von seltenen Ausnahmen einmal abgesehn ). Selbst wenn Banken untereinander handeln wird nur sogenanntes Buchgeld getauscht. Der große Unterschied ist jedoch, dass immer 2 Währungen parallel gehandelt werden. Aus diesem Grund sprechen wir auch von Währungspaaren. Bekannte Währungspaare sind zum Beispiel EUR/USD ( Euro vs. US-Dollar ) oder auch USD/JPY ( US-Dollar vs. Japanischer Yen ).
Ein weiterer Unterschied besteht darin dass ich sowohl eine Währung kaufen ( buy, long gehen ) als auch verkaufen ( sell, short gehen ) kann. Gehandelt wird in sogenannten Lot, wobei einem Lot beim EUR/USD beispielsweise ein Volumen von 100 000$ entspricht.

Ein Beispiel
Ich entscheide mich 1 Lot EUR/USD zu kaufen ( ich gehe long ) und spekuliere also darauf dass der Euro gegenüber dem Amerikanischen Dollar aufwertet, also an Wert gewinnt.
Der Kurs des Währungspaares steht zum Zeitpunkt des Kaufes bei 1,2000 ( viele Broker bieten auch 5 Nachkommastellen an, die 5. Stelle kann jedoch vernachlässigt werden ).
Der Euro ist unsere Basiswährung und der US-Dollar ist unsere Zählerwährung. Die 1,2000 ist unser Wechselkurs. Der Wechselkurs gibt an,wie viele Einheiten der Zählerwährung man kaufen muss um eine Basiseinheit zu erhalten. Hört sich kompliziert an, ist es aber gar nicht.

In unserem Beispiel müssen wir für einen Euro also 1,2000 Dollar bezahlen. Da wir den Euro kaufen, verkaufen wir logischerweise zeitgleich den Dollar, da wir mit ihm ja den Euro kaufen.
Da 1 Lot einen Wert von 100 000$ hat kaufen wir damit also 83 333 € ( Wert gerundet ).
Wir haben nun unser Geld praktisch getauscht. Wir warten einige Zeit bis das Währungspaar einen Kurs von 1,3000 erreicht hat. Ich entscheide mich meine Position zu verkaufen, da der Wechselkurs ja gestiegen ist und somit der Euro an Wert gewonnen hat. Nun muss ich also meine Euros wieder verkaufen um wieder US-Dollars zu erhalten.
Nun wird der Spieß umgedreht. Ich verkaufe nun meine Euros und erhalte pro Euro 1,3000 US-Dollar, da ich ja nun den US-Dollar kaufe und den Euro verkaufe. Für meine 83 333 € erhalte ich also nun 108 332 $. Da ein Lot einen Wert von 100 000 $ hat und dies mein Kapital war  habe ich also nun einen Gewinn von 8332 $ gemacht.
Entscheide ich mich eine Währung zu verkaufen, sind die beschriebenen Schritte spiegelbildlich. 
Bleibt noch zu sagen, dass der Gewinn oft in Pips angegeben wird. Ein Pip bezeichnet die letzte Nachkommastelle des Wechselkurses. Im obigen Beispiel wäre es also ein Gewinn von 1000 Pips gewesen ( 1,3000 - 1,2000 ).


Wie im Süßigkeitenladen

Im Devisenhandel hat man die Qual der Wahl, das es eine riesige Auswahl an handelbaren Währungspaaren gibt. Es macht keinen Sinn hier jetzt alle aufzuzählen, also beschränken wir uns auf die wichtigsten, die so genannten Mayorwährungen, welche mit jeder beliebigen anderen Währungen kombiniert werden können:
  • US-Dollar
  • Japanischer Yen
  • Britisches Pfund 
  • Australischer Dollar
Das Handelspaar mit dem größten Volumen ist der EUR/USD.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Langsam ist es an der Zeit auch mal über die Nachteile des Devisenhandels zu Reden. Wie bereits erwähnt, wird der Devisenhandel dezentral unter den verschiedenen Marktteilnehmern abgewickelt. Die Kurse sind somit nicht amtlich von Kursmaklern festgelegt und so kann es passieren das es zu einem Währungspaar verschiedene Wechselkurse gibt. Meistens ist diese Tatsache jedoch vernachlässigbar, da die Arbitrage die Kurse mehr oder weniger wieder angleicht.
Dennoch ist der Devisenmarkt anfälliger für Manipulationen als der Aktienmarkt ( wieso dass so ist wird noch einmal in einem detaillierten Beitrag geschildert ). Da im Devisenmarkt auch Hebel zum Einsatz kommen wird alles nocheinmal riskanter und theoretisch ist es sogar möglich dass mehr Geld verloren werden kann als eingesetzt wurde. Desweiteren gibt es unter den Devisenbrokern viele schwarze Schafe und noch andere Praktiken die dem Händler das Leben schwer machen können.

Das Lernen hört nie auf

Will man erfolgreich Devisen handeln muss man sich mit der Materie intensiv beschäftigen und auch bereit sein Geld zu verlieren. Es gibt im Forex keinen Heiligen Gral und jeder muss seine eigene Handelsstrategie finden und diese konsequent umsetzen.

Der Inhalt dieses Posts sollte jetzt erst einmal reichen. Er hat nur an der Oberfläche gekratzt, die folgenden Posts werden die Theorie rund um den Devisenhandel zum Inhalt haben und erst wenn diese hinreichend erarbeitet ist kann man sich daran machen die Praxis kennen zu lernen.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Geht die Eurostärke weiter?

Nachdem der Montag eher impulslos blieb, könnte es morgen Mittag wieder spannender werden.
Die NFP, die Nonfarm payrolls aus den USA werden bekannt geben. Ebenso bekommen wir einen Überblick über die aktuelle Arbeitslosenquote.
Normalerweise gibt es bei diesen Terminen eine große Chance auf eine ordentliche Volatilität im Markt, da sich die Veröffentlichungen der Daten aber durch den Government Shutdown verzögerten, bleibt die Frage ob der Markt noch auf die Daten reagieren wird. 
Die Arbeitslosenquote wird unverändert bei 7,3% gesehen wohingegen bei den Nonfarm Payrolls ein höherer Wert als im Vormonat erwartet wird ( siehe auch den Wirtschaftskalender ). Beide Werte sind wichtig um die Erholung der US-Konjunktur abzuschätzen und dienen auch der Fed zur Entscheidungsfindung ob die Anleihekäufe zurückgefahren werden. 
Arbeitslosenquote
Entwicklung NFP

Was bedeutet der morgige Tag für EUR/USD?
Nun, der Euro wertet ja seit Anfang September wieder kräftig gegenüber dem US-Dollar auf. Es scheint also als ob die Eurozone momentan attraktiver und sicherer für Anleger erscheint, im Vergleich zu den USA, die leider in schöner Regelmäßigkeit unter politischen Querelen leiden.
Betrachtet man den Tageschart von EUR/USD kann man den Aufwärtstrend sehr schön erkennen. Nächstes Hindernis auf Tagesbasis sind die 1.3710. Unterstützung dürfte der Euro bei 1.3650 und darunter 1.3530 finden. Der Wochenchart ist nicht ganz so bullisch wie der Tageschart ausgerichtet. Es lässt sich gut erkennen dass der Kurs sich an einen starken Wiederstand bei 1.3716. Sollte dieser jedoch überwunden werden können sind Kurse im Bereich 1.4000/1.4200 durchaus realistisch. Ein Abpraller könnte jedoch bis zu einem Testen der 1.3100 führen und spätestens bei 1.2750 würde der Kurs auf eine starke Unterstützung treffen. 
Es ist also spannend wie die wirtschaftliche Erholung in den USA weiter verläuft und wie der Markt die Daten  aufnimmt. Spätestens um 14:30 Uhr sind wir schlauer und vielleicht könnte es nicht schaden ersteinmal zu schauen wie sich der Kurs entwickelt. 
Es versteht sich von selbst dass dieser Beitrag keine Handelsempfehlung darstellen soll ;).

Sonntag, 20. Oktober 2013

Wo will der DAX hin?

Was ist der DAX?

Der DAX ist der wichtigste deutsche Aktienindex und repräsentiert die Entwicklung der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen. Entwickeln sich die Unternehmen und deren Aktienkurs positiv, steigt deswegen auch der DAX.

Allerdings sind die Unternehmen nicht gleichmäßig im DAX gewichtet. Unternehmen, deren Aktien einen hohen Streubesitz aufweisen, sind auch im DAX stärker gewichtet. Der Streubesitzanteil wird jeweils vierteljährlich erfasst.

In der rechten, aus Wikipedia entnommenen Tabelle sind alle aktuellen 30 DAX-Werte mit ihrer jeweiligen Indexgewichtung ersichtlich. 

Wie man der Tabelle entnehmen kann, ist der DAX stark von Unternehmen der Automobilproduktion und der Chemieindustrie geprägt. Durchaus Wirtschaftszweige die zyklischen Phasen unterworfen sind.
Banken und Versicherungen spielen im DAX hingegen eine eher untergeordnete Rolle.






Der DAX von der Charttechnik aus gesehen

Eine populäre Methode, um eine Tendenz zu finden wie sich ein Kurs entwickeln wird ist die Charttechnik. Da diese sich relativ leicht und schnell bewerkstelligen lässt und fundamentale Daten keine Rolle spielen eignet sie sich perfekt für einen ersten Überblick.

Betrachten wir also nun den Monatschart des DAX.

Gut erkennen lässt sich der starke Abwärtstrend des DAX der Anfang 2008 ansetzte und die darauffolgende Erholung, welche bis Mitte des Jahres 2011 anhielt. Es folgte wiederum ein heftiger Einbruch, da die Finanzkrise und die Staatsschuldenkrise wieder ins Rampenlicht traten und unter anderem die EZB den Kauf von Staatsanleihen wieder aufnahm. 
Der DAX fing sich jedoch schnell wieder und im Oktober 2011 fing die bis Heute andauernde Rallye an, die neue Höchststände im DAX markierte.
Schön zu erkennen ist, dass der DAX mehrmals bei 8145 Punkten abprallte und wenig später ein schöner Abwärtstrend einsetzte. Die 8145 Punkte konnten zum ersten Mal im Mai 2013 überschritten werden und in den darauffolgenden Monaten schwankte der Kurs immer wieder um diesen Bereich.
Ende der Woche wurde dann ein neues Allzeithoch mit 8865 Punkten erreicht.
Aus Charttechnischer Sicht gibt es aktuell keine Wiederstände, die der Kurs auf den Weg nach oben überwinden müsste und die 8145 Punkte sollten eine starke Unterstützung darstellen.
Ebenso ist die Aufwärtstrendlinie vollkommen intakt.


Betrachten wir den Wochenchart des DAX, so fällt auf dass es auch Korrekturphasen im Aufwärtstrend gibt. Dies ist auch notwendig, damit der Trend nicht heiß läuft. Ebenso bieten Korrekturen auch die Möglichkeit einen sicheren Einstieg in einen Trend zu finden. Alles in allem wird aber das Bild des Monatscharts bestätigt und weitere Gewinne sind realistisch. 







Der DAX im Vergleich zu anderen Anlagemöglichkeiten

Ziel jedes Marktteilnehmers, sei es ein Fondsmanager, eine Bank oder ein Privatanleger ist es sein Geld sicher anzulegen, aber auch eine möglichst hohe Rendite zu erhalten. Zurzeit sind in den eurpäischen Ländern, aber auch in Amerika und in Japan die Leitzinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Die Anlage auf einem Bankkonto ist also nicht geeignet. Im besten Falle gleicht die Rendite die Inflation aus, aber auch nicht mehr. Realistischer ist aber dass die Rendite hinter der Inflationsrate bleibt und somit das Vermögen schrumpft statt wächst. 
In Zeiten von Finanz- und Staatsschuldenkrise sehnen sich die Anleger natürlich nach einer sicheren Anlage, die am besten auch noch eine ordentliche Rendite abwirft. Gold wird oft als Krisenwährung angesehen und gilt vielen als sicherer Hafen wenn es um die Weltwirtschaft nicht so rosig bestellt ist.
Also werfen wir doch einen Blick auf das Gold.


Nachdem man ersteinmal erstaunt ist, über den stetigen Anstieg seit dem Jahr 2008, macht sich ziemlich schnell Ernüchterung breit. Seit seinem Hoch bei 1922$ befindet sich der Goldpreis auf den Weg nach unten. Zwischendurch korrigiert er zwar mal nach oben, aber auf eine Trendwende deutet im Moment nichts hin. Im Moment beträgt der Preis für eine Feinunze Gold 1314$. Gold scheidet aufgrund der momentanen Charttechnik als sichere und renditestarke Anlage aus. Gold selbst bringt ja auch keine Zinsen, Gewinn kann nur durch Verkauf erzielt werden. Und da in der Zwischenzeit auch Kosten für die Aufbewahrung des Goldes anfallen können, oder auch Kosten in Form von Swaps wenn man das Gold nur als CFD hält ist es keine wirkliche Alternative zu Aktien.


Eine weitere Möglichkeit sein Geld anzulegen sind natürlich auch Staatsanleihen. Staaten ( zumindest die großen Industriestaaten ) gelten als sichere Schuldner und das Risiko sein Geld zu verlieren ist sehr gering. Je länger die Laufzeit der Staatsanleihe ist, umso höher ist auch ihre Rendite. Das leuchtet ein, da man ein größeres Risiko hat, wenn man dem Staat sein Geld für 10 Jahre leiht als wenn man es nur für 1 Jahr tut. Dies hängt damit zusammen dass sich die Risiken und die Entwicklung eines Landes sich für 1 Jahr besser vorhersagen lassen als für 10 Jahre und je größer die Zeitspanne desto größer das Risiko, welches sich die Anleger natürlich bezahlen lassen.

Sie haben es vielleicht schon geahnt, auch mit Staatsanleihen lässt sich im Moment kein Geld mehr verdienen. Zumindest nicht wenn man sein Geld vernünftig anlegen möchte und auf reine Spekulation verzichtet. Während deutsche 10 jährige Staatsanleihen gerade mal eine Rendite von ca. 1% liefern, rentieren sich italienische oder spanische zwar mit 4%, aber da diese Länder sich in der Rezession befinden, ihre Haushalte stark konsolidieren müssen und auch die Jugendarbeitslosigkeit sehr hoch ist, ist hier auch das Risiko des Zahlungsausfalles dementsprechend höher.
Die amerikanischen Anleihen rentieren sich zwar noch mit 2%, aber nach Abzug der Inflation bleibt nicht mehr viel übrig und aufgrund der Streitereien zwischen Republikanern und Demokraten ist ein zukünftiger Zahlungsausfall der USA zumindest nicht völlig ausgeschlossen.
Wir sehen, der DAX ( und auch die darin enthaltenen Aktien ) ist die bessere Anlageoption.


Der DAX aus fundamentalischer Sicht

Der DAX profitiert enorm von den niedrigen Leitzinsen und davon das Staatsanleihen zunehmend unattraktiver werden. Zusätzlich kaufen verschiedene Notenbanken Staatsanleihen auf und überschwemmen den Markt mit billigen Geld. Da die Anleger ihr Geld ja irgendwie anlegen müssen, tun sie dies in Aktien, da die Unternehmen ( noch ) gute Gewinne machen und Aktien ja auch Sachwerte sind, sie verbriefen einen Anteil an einem Unternehmen. Und da die Aktienkurse steigen steigt auch der DAX: 

Wie nachhaltig ist diese Entwicklung nun?

Solange die Weltwirtschaft weiter mit billigem Geld versorgt wird, werden die Aktien tendenziell weiter steigen. Und im Moment sind die Gewinne der Unternehmen auch noch zufriedenstellend.
Amerikanische Arbeitslosenquote
Allerdings ist Deutschland sehr stark auf eine starke Weltwirtschaft angewiesen, da gut 50% unserer produzierten Waren in den Export gehen und dementsprechend davon auch viele Arbeitsplätze abhängen. Gut 38% unseres Exportes gehen in europäische Nachbarländer, dementsprechend ist es auch für uns wichtig das Staaten wie Italien und Spanien wieder ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern um auch unsere Waren zu kaufen. 
Die USA sind mit 8% ebenso ein großer Absatzmarkt für deutsche Unternehmen und eine Gesundung der amerikanischen Wirtschaft ist auch für uns positiv. Deswegen ist es beruhigend dass auch die Arbeitslosenquote in den USA zurückgeht und mehr Menschen wieder Lohn erhalten um sich zum Beispiel deutsche Autos zu kaufen. Auch China und Japan sind wichtige Absatzmärkte, vorallem China für die deutschen Autobauer. Jedoch können auch diese Länder einen heftigen Einbruch der Euroländer nicht kompensieren.

Insofern ist auch die deutsche Wirtschaft abhängig von der Weltkonjunktur, zu abhängig vielleicht, unser Binnenkonsum wird Nachfrageausfälle nicht kompensieren können. Im Moment sieht es noch gut aus für die deutsche Wirtschaft, aber alle Prognosen können in der heutigen Zeit von einer Minute auf die Nächste nutzlos werden.

Insofern lässt es sich auch nicht wirklich vorhersagen wo der DAX noch hin will. Vielleicht sehen wir die 10 000 Punkte, aber er kann auch schnell wieder fallen wenn es wieder schlechte Nachrichten gibt.
Insofern bleibt uns nichts anderes übrig als zu hoffen dass die Finanz- und Staatsschuldenkrise schnell und vor allem nachhaltig gelöst wird.

Ich hoffe trotzdem dass ihnen der Beitrag gefällt und sie einige Aspekte aufgreifen können und in ihre Entscheidungen mit einbeziehen.

Samstag, 19. Oktober 2013

2 Meinungen und 1 Preis

Die Woche ist gelaufen und es wird mal wieder Zeit für ein Fazit.

Fangen wir mit 3 Amerikanern an, besser gesagt 3 amerikanische Wirtschaftswissenschaftlern, die den diesjährigen Wirtschaftsnobelpeis erhalten haben. Interessant sind die Leistungen die die Wissenschaftler vollbracht haben.

Der erste Preisträger, Eugene Fama, vertritt die Theorie dass der Markt effizient ist. Das bedeutet dass alle Marktakteure rein rational halten und keine Gefühle und Emotionen Einfluss auf Handelsentscheidungen haben. Da alle Akteure auch über die gleichen Informationen verfügen sind die Kurse nicht vorhersagbar und die Kurse entsprechen stets dem wahren Wert der Anlage. Aktienkurse sind in dieser Theorie nur zufälligen Schwankungen unterlegen, die sich stets wieder ausgleichen.

Die genau entgegengesetzte Position vertritt Robert Shiller. Er vertritt die Theorie dass man Kurse von Aktien prognostizieren kann und begründet dies damit, dass langfristig ein Zusammenhang zwischen den Gewinnen und dem Aktienkurs einer Firma besteht.
© Claudio Bresciani/TT News Agency/Reuters
Dazu nutzt er das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Steigen die Kurse über ein normales Verhältnis, wird früher oder später eine Korrektur kommen und diese wird umso heftiger ausfallen je größer die Übertreibung war.
Diese Übertreibung werden auf die Beeinflussung der Markteilnehmer durch Gefühle und Emotionen zurückgeführt und ein effizienter, rationaler Markt ist demnach nicht möglich.
Aufgrund dieser Erkenntnis warnte er auch schon früh vor einer Blase am US-Häusermarkt, die schließlich eine weltweite Finanzkrise auslöste.

Der dritte im Bunde, Lars Peter Hansen, beschäftigt sich mit der Momentenmethode und darauf basierenden Anwendungen in der Makroökonomie und der Finanzwirtschaft.

Auch in den USA gab es Bewegung, Republikaner und Demokraten konnten sich in letzter Sekunde auf einen Kompromiss einigen und die drohende Staatspleite abwenden. Wenn auch nur für kurze Zeit.

Eigentlich wollte ich jetzt noch hier kurz den DAX ansprechen, aber da es ja wieder ein neues Rekordhoch gab wird im Laufe des morgigen Tages ein etwas ausführlicherer Beitrag zum DAX kommen.

Bis dahin, ein schönes Wochenende ;).

Samstag, 12. Oktober 2013

Was von der Woche bleibt...

Was hat diese Woche die Wirtschaft bewegt? Nun hauptsächlich die Amerikaner.
Der Government-Shutdown besteht weiterhin aber es scheint als ob sich die Demokraten und die Republikaner langsam aufeinander zubewegen. 
Obama und Boehner
Wird auch Zeit, denn am 17. Oktober wird die Schuldenobergrenze von 16,7 Billionen US-Dollar ( ! ) erreicht. Den USA drohen somit die Zahlungsunfähigkeit. Viele Medien betiteln jetzt schon wieder eine Verschlimmerung der weltweiten Finanzkrise und sogar den endgültigen Kollaps des Finanzsystems. Lustig.
Denn wie der Focus in einem Artikel schreibt, ist die Panikmache unbegründet. Die US-Regierung hat genug finanzielle Mittel zur Verfügung, um den Schuldendienst weiterhin zu betreiben. 
Es wird also höchstwahrscheinlich nicht zu einem Zahlungsausfall der USA kommen, der Weltuntergang wird also weiter verschoben.
Trotzdem wäre es gut wenn Obama und Boehner ( Merheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus ) sich langsam auf eine Lösung verständigen würden.


Ebenfalls Neuigkeiten gibt es bei der Amerikanischen Zentralbank Fed. Ende Januar nächsten Jahres wird Janet Yellen die Nachfolge von Ben Bernanke antreten und die Politik des billigen Geldes weiter fortsetzen aber wohl auch die Kommunikation mit den Finanzmärkten verbessern. Dies dürfte tendenziell zu weiteren Anstiegen der Aktienmärkte führen. Gold könnte somit weiter verlieren und auf absehbare Zeit seinen Status als Kriseninvestition los sein.
Interessant wird es, was passiert wenn die Fed damit beginnt ihre Anleihekäufe zurückzufahren. Dies wird sich mit Sicherheit schwierig gestalten, denn man kann ja nicht alle Anleihen auf einmal auf den Markt werfen.


Was macht eigentlich unsere heimische Regierung? 
Nun, unsere "Mutti" sucht weiter nach einem Koalitionspartner und sondiert munter mit den Grünen und der SPD weiter. Von den Grünen als auch von der CDU wird zwar beteuert, dass die Sondierungen ernst genommen werden, aber ich denke es wird auf eine große Koalition zwischen der Union und der SPD hinauslaufen. Eigentlich schade, denn ich bezweifle dass diese Koalition wirklich etwas bedeutendes auf die Beine stellen wird. Hoffen wir dass es jetzt wenigstens in der Eurokrise zur einer deutlichen Aussage unserer Regierung kommt und die Probleme endlich entschlossen angegangen werden.







Werfen wir zum Abschluss der Wochenübersicht noch einen Blick auf unseren Leitindex DAX.
Es fehlt nicht mehr viel und die 9000 Punktemarke ist erreicht. Spannend ist die Frage ob ein Sprung über die 8770 Punkte gelingt und er sich auch dauerhaft darüber halten kann. Diese Woche machte der DAX immerhin 141 Punkte gut, obwohl er zwischenzeitlich deutlich in der Verlustzone lag. 
Es bleibt also spannend wo wir am Jahresende stehen werden, vielleicht tatsächlich bei 10 000 Punkten?